Wenn es eine Nachricht gab, die noch besser klang als eine weiße Weste und der nächste Sieg mit drei Toren Unterschied, dann war es diese. Everton hat City Punkte abgenommen, und damit fühlt es sich wieder so an, als liege das Titelrennen zumindest im Kern weiter in Arsenals eigenen Händen.

Darum ist dieser Montag mehr als nur die Fortsetzung eines guten Wochenendes. Arsenal wirkte gegen Fulham frischer, direkter und freier, und kurz darauf kam die Bestätigung, dass an der Spitze noch nichts entschieden ist. Everton hat Guardiola nicht ganz zu Fall gebracht, aber das 3:3 gab Arsenal etwas Wertvolles: neuen Atem.

Das zählt, weil morgen kein Abend für Panik ist, aber genauso wenig einer für Bequemlichkeit. Ein Halbfinal-Rückspiel gegen Simeones Atletico verlangt Vorsicht, Struktur und feste Füße auf dem Boden. Gleichzeitig braucht es Aggressivität und Mut, sobald sich die erste Lücke öffnet.

Genau dort steht Viktor weiter im Zentrum der Geschichte. Er hat schon gezeigt, dass er Atleticos Abwehr knacken kann, sowohl in der Ligaphase als auch im ersten Duell. Bekommt er den Ball früh genug, wirkt Arsenal sofort gefährlicher, vertikaler und lebendiger.

Wenn Saka die Bälle weiter so ohne Zögern verteilt wie gegen Fulham, darf Arsenal auf einen weiteren großen Abend hoffen. Seine Präsenz verändert den Ton der gesamten rechten Seite, und wenn er einfach und klar spielt, atmet der ganze Angriff freier.

Meine Hoffnung ist, dass Havertz und Odegaard als Hilfe da sind und nicht alles tragen müssen, falls sie noch nicht bei voller Schärfe sind. Solche Spiele sind zu anspruchsvoll für halbgare Heldengeschichten. Ein ausgeglichenes Arsenal ist wertvoller als ein mutiges, aber überdehntes.

Die Stimmung im Training wirkte zuletzt gelöster, und nach so einem Montag dürfte sie noch besser sein. Die eigentliche Frage ist nur, ob diese Leichtigkeit auch dann bleibt, wenn das Stadion enger wird und der erste harte Moment kommt.

Arsenal hat jetzt genau das, was es am meisten wollte: ein lebendiges Titelrennen und ein Halbfinale, das noch erreichbar wirkt. Der Dienstag verlangt keinen perfekten Fußball. Er verlangt eine reife Leistung, einen starken ersten Schritt und ein Team, das nicht zuerst blinzelt.

Autor: B.