Arsenal ist nach 22 Jahren wieder Meister. Was für ein Abend für die Gunners, was für ein Ausbruch, was für eine Belohnung für alles, was diese Mannschaft auf dem Weg zum 14. Titel aushalten musste.
Schon nach dem Spiel gegen Burnley wirkte Mikel Arteta wie ein Mann, der spürte, dass seine Mannschaft direkt vor etwas Historischem steht. Viele fragten sich, warum er schon so offen lobte, obwohl rechnerisch noch nichts entschieden war und City noch Spiele in der Hand hatte. Am Ende hatte er den Moment richtig gelesen.
Bournemouth krönte seine Traumsaison mit einem Punkt gegen Manchester City. Lange führten sie sogar, hatten am Ende noch Szenen für mehr, aber schon dieser eine Punkt reichte Arsenal. Manchmal braucht Geschichte keine perfekte Vorlage. Manchmal reicht es, wenn der Rivale ein einziges Mal blinzelt.
Es ist schwer, nicht zu denken, dass die ganze Diskussion um Pep Guardiolas Abschied City zusätzlich erschüttert hat. Ob das der Hauptgrund war oder nicht: Sie wirkten nicht wie die gewohnte Maschine mit der letzten Antwort auf alles. Arsenal dagegen tat das, was ein Meister irgendwann tun muss: lange genug im Rennen bleiben, bis sich die Tür öffnet.
Arteta hat sein Versprechen eingelöst. Wir alle haben die gleiche Frustration erlebt, ob wegen der Aufstellungen, der verschenkten Punkte oder des unnötigen Leidens, aber am Ende zählt nur, dass der Titel nach Nordlondon zurückgekehrt ist. Meisterschaft Nummer 14, und eine, die sich anfühlt, als hätte sie alle 22 Jahre des Wartens auf ihren Schultern getragen.
Arsenal liegt nun auf Platz drei der ewigen Tabelle hinter Liverpool und Manchester United mit jeweils 20 Titeln. Das ist ein Ziel für die Zukunft. Heute geht es darum, das Warten endlich beendet zu haben. Wäre es wieder schiefgegangen, hätte der Klub wohl noch jahrelang neue Narben und neuen Spott mit sich getragen. So aber ist Arsenal Erster, und es gibt kaum ein schöneres Gefühl.
Thierry Henry hatte Arteta sinngemäß aufgefordert, den Titel irgendwie nach Hause zu bringen. Genau das hat er getan. Nicht perfekt, nicht ruhig und nie ohne Stress, aber er hat es geschafft. Genau das wird in Erinnerung bleiben.
Jetzt kann man vor Palace etwas freier atmen, bevor der Blick voll auf das Champions-League-Finale gegen PSG am 30. Mai in Budapest geht. Dieser Titel bringt Erleichterung, aber er sollte auch neuen Hunger auslösen. Eine riesige mentale Barriere ist gefallen.
Jungs, danke für alles. Erholt euch, atmet durch und schärft euch für den Pokal, der diesem Klub noch fehlt.
COYG.